In den USA ist in diesen Tagen eine heftige Diskussion darüber entbrannt, inwieweit Google die Datensicherheit noch gewährleistet.
Vor einiger Zeit stellte Google ein neues Feature vor, es handelt sich um den Google Desktop. Wenn ein unbedarfter Nutzer diesen benutzt, wird die Funktion „Computer durchsuchen“ aktiviert. Dadurch werden alle privaten Dokumente, die auf dem Computer gespeichert sind, auf Server von Google transferiert
Amerikanische Verbraucherschützer warnen nun davor, dass die Daten von allen möglichen Leuten mit Hintergedanken missbraucht werden, z.B. Anwälten, die in den Dokumenten gezielt nach juristischen Schwachstellen ihrer Gerichtsgegner suchen - in den USA durchaus nicht unüblich. Ebenso könnten Regierungsstellen die Daten auf der Suche nach möglichen Gesetzesverletzern problemloser noch als bisher durchsuchen. Hacker hätten zudem einfaches Spiel mit dem neuen System.
„Unter dem Deckmantel des Vertrauens verlangt Google nun, dass die Verbraucher alle ihre sensiblen Daten der Milliardenfirma anvertrauen.Wenn man Google nicht besonders konfiguriert ( und das werden nur wenige Eingeweihte machen ), wird Google über unsere Steuererklärungen, Geschäftsunterlagen, Liebesbriefe und Krankenakten verfügen“, warnt ein Vorstandsmitglied der EFF, einer Art amerikanischen Verbraucherschutzorganisation für Computernutzer. Ohne einen Hausdurchsuchungsbefehl, nur mit Hilfe einer Vorladung können die Regierung, Konkurrenten oder der Ex-Ehepartner problemlos an alle Daten herankommen, sie müssen nur eine sogenannte Subpoena, eine richterlich angeordnerte Bereitstellung von Beweismitteln gegen Google ausstellen. Der Betroffene würde nicht einmal rechtzeitig benachrichtigt werden, so führt er weiter aus. In North Carolina wurde jetzt erstmals ein Mann wegen Mordes verurteilt. Als Beweis zogen die Richter die Aufzeichnungen über seine Suchbegriffe zu Rate. Man vermutete, dass er sein Frau umbringen wollte, da er nach den Begriffen "Hals" und "brechen" sowie "halten" suchte.
Ebenfalls speichert Google alle IP-Adressen seiner Nutzer, ebenso die Suchbegriffe und die Zeit des Besuches, um so Dossiers über seine Nutzer anzulegen, wie Googleverantwortliche in den USA vor kurzem zugeben mussten.
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