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| | #1 | ||
| Stabskompañero d.R. Geschlecht: Männlich Registriert seit: 27.02.2009 Ort: Im Herzen Niedersachsens Alter: 24
Beiträge: 339 politische Ausrichtung: Politikverdrossen ;) religiöse Ausrichtung: Agnostiker
Blog-Einträge: 1 ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Warum ist Kevin-Justin-Jason eigentlich blöd und hyperaktiv? Angeregt durch diesen Beitrag und folgendes Video, kam ich heute ins Grübeln. 4 Promille - Export Man achte auf den Text, vor allem auf die Zeilen Zitat:
Wie schaut es denn heute aus: die deutsche Comedywelt und Zeitungen scheinen sich einig zu sein - Kevin, Justin, Chantal(l)e usw. sind Verlierer. Sie schaffen mit Glück ihren Hauptschulabschluss; sie finden, wenn überhaupt, nur lausige Jobs in Klein-Hintervorderns Saunaclub oder bei Burger King; mit spätestens 13 Jahren fangen sie an zu rauchen und mit <18 sind sie schon Eltern, die vornehmlich irgendwelchen gescripteten Reality-Doku-Novela-Schrott gucken. Darin sind sie übrigens auch gern selbst die Protagonisten. In den Zeitungen konnte man es ja schon öfter lesen, siehe hier und da und auch dort. Nicht zuletzt dieses Zitat stößt mir mächtig auf: Zitat:
Vor allem: warum sind solche Kinder automatisch unten durch? Die angesprochenen Namen sind also sehr beliebt in sozialen Kreisen, zu denen man nicht unbedingt gehören möchte. Zumindest wird das so suggeriert. Ich stoße hier nun auf ein Henne-Ei-Problem. Was war zuerst da? Der Name oder das Vorurteil? Ich halte es durchaus für möglich, dass ein vermehrtes Auftreten dieser Name in jenem Millieu durch die allgemeine Sichtweise auf ebenjenes induziert sein mag. Nehmen wir als Beispiel Schüler mit schlechten Noten, sie genießen kein großes Ansehen. Da gibt es Schüler, denen es schlicht egal ist. Daneben gibt es Schüler, die sagen, nur weil wir Probleme haben, sind wir keine schlechteren Menschen! Und schließlich gibt es diese Zyniker. Die hegen einen Galgenhumor und legen es vielleicht auch noch aus Trotz darauf an, ihre schulische Situation nicht zu verbessern. Aus Trotz(?) bedienen sie jene Klischees, die ihnen anhaften. Manchmal entwickeln sie auch noch einen bockigen Stolz auf ihre Lage und dann ist jeder Schüler mit besseren Leistungen eben ein blöder Streber. Jemand, mit dem man nichts zu tun haben will. Ich kann mir das Paradebeispiel nicht verkneifen: YouTube- interview mit hauptschülerin Verhält es sich mit den "Unterschichtennamen" (sorry) vielleicht ganz ähnlich? Wegen Horst und Kalle habe ich meine Eltern angesprochen. Die sind beide über 60 und wenn die Zeiten zwischen 1950 und 1990 ihre eigenen Kevins hatten, müssten sie es ja mitbekommen haben. Weder aus der Alt-BRD, noch aus der DDR sind ihnen solche Erscheinungen jedoch bekannt. Amüsant wurde es laut ihrer Erzählung nur bei 2+n-stelligen Vornamen, wobei n natürlich von +1 bis +unendlich läuft. Horst und Kalle waren also weder rot, noch grün. Hat mich mein Empfinden da also gelackmeyert? Also frage ich mich: wie ist es denn jetzt und warum ist es so? Irgendwann in den (späten?) Neunzigern muss irgendetwas passiert sein, muss der "Unterschichten-Kevin" geboren worden sein. Oder ist das alles vielleicht auf sozialwissenschaftlichem Mist gewachsen, weil die SoWis Beschäftigung brauchen? Diese liefern immer wieder irgendwelche tollen Beweise dafür, dass Kevin es schwer hat. Warum es so ist, konnte ich heute nirgendwo herausfinden. Also liebe User: erklärt mir, wie die kleinen Justins-Jason-Rainbows gemacht werden. Ich habe das Thema übrigens in diesem Unterforum eröffnet, weil die Wirkung der prekären Namen hauptsächlich über Medien um sich greift. Geändert von Unruheherd (06.02.2010 um 22:12 Uhr) Grund: Nachtrag | ||
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| | #2 |
| Gesperrte/r User/in Geschlecht: Männlich Registriert seit: 06.02.2010 Ort: Markgrafschaft Baden
Beiträge: 231 politische Ausrichtung: Liberal religiöse Ausrichtung: Römisch-Katholisch
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Dazu gibt es den schönen Begriff: "Kevinismus". |
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| | #3 | |||||||
| Here's to you! Geschlecht: Männlich Registriert seit: 03.03.2006
Beiträge: 3.058 politische Ausrichtung: Anarchistisch religiöse Ausrichtung: Diskordianer
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Zitat:
Der Namensvorrat ist ja gewachsen, durch gekappte religiöse Bindungen ist die Orientierung an "christlichen" Namen zurückgegangen (hier könnten sich ja die theologisch gebildeten mal äußern: war es nicht sogar mal so, dass es einen kirchlichen "Zwang" zur Namensgebung nach biblischen Figuren oder christlichen Heiligen gab wenn man ein Kind taufen ließ?), durch Inkulturation kamen neue Namen hinzu, weiterhin durch die Variationen von bekannten Namen und der Mut zum Kombinieren und das Recht der Namenserfindung zu nutzen. Alles Phänomene, die nicht wesentlich älter als dreieinhalb Jahrzehnte sind. Zitat:
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Zitat:
__________________ Amendment I Congress shall make no law respecting an establishment of religion, or prohibiting the free exercise thereof; or abridging the freedom of speech, or of the press; or the right of the people peaceably to assemble, and to petition the Government for a redress of grievances. | |||||||
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| Danke sagt: |
| | #4 | ||
| Stabskompañero d.R. Geschlecht: Männlich Registriert seit: 27.02.2009 Ort: Im Herzen Niedersachsens Alter: 24
Beiträge: 339 politische Ausrichtung: Politikverdrossen ;) religiöse Ausrichtung: Agnostiker
Blog-Einträge: 1 ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Zitat:
Zitat:
Den Matthäus-Effekt kannte ich nicht. Ich habe ihn soeben für blöd befunden. | ||
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| | #5 | ||
| Here's to you! Geschlecht: Männlich Registriert seit: 03.03.2006
Beiträge: 3.058 politische Ausrichtung: Anarchistisch religiöse Ausrichtung: Diskordianer
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Da ist auch ein Essay von Michael Hartmann dabei, der sehr viel im Bereich Elitenforschung/soziale Mobilität geforscht und publiziert hat und meiner Meinung nach auch sehr gut zu lesen ist. Zitat:
__________________ Amendment I Congress shall make no law respecting an establishment of religion, or prohibiting the free exercise thereof; or abridging the freedom of speech, or of the press; or the right of the people peaceably to assemble, and to petition the Government for a redress of grievances. | ||
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