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Die Gosse im Netz

Dies ist die Diskussion Die Gosse im Netz im Gesellschaft und Staat Forum, als Teil der Politik Kategorie. "Tweet Zitat von Pollux Hätte Wulff gleich zu Beginn der Affaire die Karten offen auf den Tisch gelegt, dann hätte ..."

  1. #21
    Melan
    Gast Avatar von Melan


    Zitat Zitat von Pollux Beitrag anzeigen
    Hätte Wulff gleich zu Beginn der Affaire die Karten offen auf den Tisch gelegt, dann hätte er vielleicht die Anwürfe durchgestanden. Aber ein Präsident als Schnäppchenjäger ist nicht das, was sich die Verfassungsväter vorgestellt hatten, als sie das GG zu Papier brachten.
    So ist es!

    Und dieser Wulff war auch nicht einfach nur ein normaler Schnäppchenjäger, sondern ein korrupter Schnäppchenjäger.

  2. #22
    Super-Moderator/in Avatar von Akolyth
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    Mord an Elfjähriger aus Emden

    Wenn der Mob tobt

    30.03.2012, 17:48
    Ein Kommentar von Tanjev Schultz

    Sie wollten ein vermeintliches Monster hängen sehen: Im Internet und vor der Emder Polizeiwache rasteten die selbsternannten Rächer der elfjährigen Lena aus und drohten dem jungen Verdächtigen mit Lynchjustiz. Dabei waren sie es, die den Boden der Menschlichkeit verließen. Man sollte sich für sie schämen - jedoch nicht, ohne sich selbst zu prüfen.

    In Emden ist ein elfjähriges Mädchen ermordet worden, und ein Mob hat deshalb einen 17-Jährigen bedroht. Die Ermittler haben ihn offenbar zu Unrecht verdächtigt, aber auf den Schutz durch die Unschuldsvermutung kann heute leider niemand mehr vertrauen.

    Im Internet und vor der Polizeiwache rasteten die selbsternannten Rächer aus, drohten mit Lynchjustiz, verbreiteten Name und Adresse des Jungen. Sie wollten ein vermeintliches Monster hängen sehen. Dabei waren sie es, die den Boden der Menschlichkeit verlassen haben. Tun sie es nicht selbst, muss man sich für sie schämen.

    Vielleicht sollte man sich aber auch selbst prüfen. Wäre die Entrüstung über den Mob wirklich genauso groß, wenn der 17-Jährige den Mord doch begangen hätte? Als rechtsstaatlich geerdeter Bürger sähe man das Treiben auch dann mit Abscheu. Doch in diese Abscheu könnte sich der Zweifel schleichen, wie man denn selber reagieren würde, lebte man in der Nähe des Tatorts oder wäre ein Angehöriger des toten Mädchens?

    Polizei und Justiz können irren, aber sie dürfen sich nicht beirren lassen: nicht von dem Druck, der auf ihnen lastet, bei Morden und Sexualverbrechen an Kindern sofort einen Täter zu präsentieren. Und nicht von einer Öffentlichkeit, die ihr Urteil bereits fällt, sobald irgendwo die Handschellen klicken.

    Der Rechtsstaat muss die Menschen auch vor sich selbst und ihrem Rachedurst schützen, vor dem Verderben, das dieser Affekt der Zivilisation bereiten kann. So wie Odysseus sich freiwillig an einen Mast fesseln ließ, um dem Gesang der Sirenen zu widerstehen, bindet sich der Bürger an die Gesetze und die Verfahren der Justiz. Sie zügeln ihn, und sie machen ihn frei.
    Mord an Elfjähriger aus Emden - Wenn der Mob tobt - Panorama - sueddeutsche.de

    Der Mob wollte den Verdächtigen steinigen? Er heiße "Danny" oder so ähnlich? Hm. Hm.
    Fehlt da nicht ein Teil der Geschichte?


    robin hood

    Den Eltern, Verwandten und Freunden des Mädchens alle Segenswünsche, Kraft und Zuversicht!!

    Mainhattan

    Es ist schwachsinnig, jemanden lynchen zu wollen, bevor etwas bewiesen ist. Damit ist man auch nicht besser als ein Verbrecher. Allerdings hätte ich keine Probleme damit, die Todesstrafe bei so einem - bewiesenen - Verbrechen zu befürworten.

    jeanette

    Es regt einen wirklich auf, dass hier in Deutschland alle Mörder vor allem jungendliche Mörder und Totschläger mit Bewährungsstrafen davon kommen!! Das ist doch krank!! In Berlin wieder einer der durch seine Prügelattacken im U-Bahnhof den Tod eines Unschuldigen Passanten verursacht hat und jetzt eine BEWÄHRUNGSSTRAFE bekommt. Es ist unfassbar. Langsam bin ich auch für die Todesstrafe, dann ist Schluß mit diesen Mördern und Verbrechern. Man sieht es doch an dem Tewang, 2 Jahre Gefängnis und die Faxen sind ihm vergangen, plötzlich ist er normal. Gefängnis wirkt wahre Wunder und wenn nicht beim ersten mal dann sicher beim zweiten mal.

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    M Mueller

    Für Kinderschänder nicht, aber bei Mehrfachmörder sollte man vielleicht Mal darüber nachdenken. Diese Täter richten unglaublich Schaden an und sollen als Dank dann noch durchgefüttert werden? Außerdem wer einen zweiten Mord begeht hat bewiesen das er jegliche Gnade unwürdig ist.

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    Tannenbäumchen

    Sind Kinderschänder als Möder der Herzen nicht genauso schlimm ?

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    u.h.

    "Erschreckendes Klima des Hasses in der Stadt"
    Wen kann das überraschen?


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    oppeldenk&Zwiesprech
    Wieso wurde der Täter noch nicht beim Namen genannt?
    Stammt er evtl. aus dem Kulturkreis, aus dem die meisten Vergewaltiger&Kinderschänder stammen?
    Wird da wieder übertrieben "kultursensibel" berichtet??
    Empfehlen (256)

    Mops
    Frage

    War das eín deutscher Mob?
    Komisch bei Beate Zschäpe gilt für Medien und Justiz scheinbar nicht die Unschuldsvermutung.
    Empfehlen (368)
    Melden
    vor 1 Tag
    jeanette

    Es entrüstet wohl mehr ein "Klima des Hasses" zu bemerken, als eine derart abscheuliche Tat an einem Kind, von einem jugendlichen Rotzjungen verübt. Die ganzen schwierigen Jugendlichen gehören in Erziehungsanstalten sobald sie anfangen auffällig zu werden, so wie es früher war. Die Freiheit taugt nichts für sie, diese nutzen sie nur für Verbrechen und andere Schäden. Diese treudoofen Kriminellenverteidiger, offenbar Ökos und Weltverbesserer kotzen einen langsam an.
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    Kommentare zum Artikel
    Mord in Emden
    Ein zweites Opfer in Emden

    Ein Mob im Internet ruiniert den Ruf eines unschuldigen 17-Jährigen und lässt die dunkle Seite sozialer Netzwerke in den Fokus rücken.

    Am Donnerstag galt er noch als der Hauptverdächtige im Fall der elfjährigen Lena, die in einem Parkhaus in Emden ermordet wurde. Am Freitag dann die überraschende Kehrtwende: Der 17-jährige Jugendliche wurde aus der Untersuchungshaft entlassen. Keinen Zweifel gebe es an seiner Unschuld, beteuerten Staatsanwaltschaft und Polizei. Ein virtueller Mob, der durch die Verhaftung ausgelöst worden war, dürfte allerdings dafür gesorgt haben, dass das Leben des Teenagers in Emden dennoch zerstört ist.

    Ein zweites Opfer gebe es nun in Emden, sagt der Düsseldorfer Rechtsanwalt Udo Vetter, ein renommierter Rechts-Blogger am Freitag dieser Zeitung. „Der 17-Jährige wird sein normales Leben wohl nicht weiterführen können. Von dem Tatverdacht wird immer etwas haften bleiben.“

    Die dunkle Seite sozialer Netzwerke

    Der Fall in Emden rückt einmal mehr die dunkle Seite sozialer Netzwerke in den Fokus: Nur Minuten nach der Verhaftung des Berufsschülers teilten Bürger über soziale Netzwerke seinen Namen und die Anschrift mit. Wenige Stunden später rief ein 18-Jähriger über Facebook dazu auf, die Emder Polizei zu stürmen, um den Verhafteten zu lynchen. „Es gibt nur eins: Erschießen“, postete einer. Dutzende belagern daraufhin stundenlang die Polizeiwache.

    Eine neue Dimension der Destruktivität sieht Rechtsanwalt Vetter in dem Internet-Mob. „Die emotionale Aufputschung findet ohne zeitliche Verzögerung statt“, sagt der Medienexperte. So wie Menschen mit sozialen Netzwerken im arabischen Raum um ihre Freiheit kämpfen, so werden diese Instrumente auch genutzt, um Lynchjustiz zu organisieren. „In Emden trägt daran aber auch die Polizei eine Mitschuld.“

    Emdener Polizei in der Verantwortung

    Am Samstagabend war die Leiche der elfjährigen Lena in einem Parkhaus in Emdenentdeckt worden. Die Polizei geht von einem Sexualdelikt aus.
    Nach der Freilassung des zunächst verhafteten 17-jährigen Jugendlichen sucht die Staatsanwaltschaft weiter nach dem Täter. Man sei auf einem guten Weg, hieß es.
    Die Staatsanwaltschaft betonte die Unschuld des 17-Jährigen. Es lägen Fakten vor, „die eine Täterschaft des Jugendlichen ausschließen“.
    Für die Sicherheit des Jungen sei gesorgt. Man werde auch Ermittlungsverfahren gegen Personen einleiten, die Hetzaufrufe im Internet tätigen.

    Auch der niedersächsische Kriminalpsychologe Christian Pfeiffer sieht die Emder Polizei in der Verantwortung. Sie habe den Jugendlichen möglichst medienwirksam festgenommen und ihn damit erst dem Mob preisgegeben. „Das war leichtfertig, zumal sie ganz offensichtlich viel zu wenig in der Hand hatten“, sagte Pfeifer dieser Zeitung. Er fordert Schadensersatzzahlung an den Jugendlichen.

    Dabei war der 17-Jährige nicht der einzige Unschuldige, der im Internet zum Ziel wurde. Auch ein mit ihm verwandter 16-Jähriger war laut Nordwest-Zeitung in die Schusslinie geraten. Der Jugendliche musste von seiner Familie beschützt werden – und sei dann aus der Stadt gebracht worden, berichtet die Regionalzeitung.

    Auch über Facebook sei es ihm nicht gelungen, die Verwechslung aufzuklären. Dort habe er gepostet: „Ich bin nicht derjenige, der in U-Haft sitzt. Habe mit dem nichts zu tun!“ Doch da war es schon zu spät. Kamerateams und Journalisten seien durch die Straßen gezogen und haben nach Informationen zu dem 16-Jährigen gesucht. Damit blieb sein Name im Umlauf.

    Ungefilterte Weitergabe von Namen und Adressen

    Welche drastischen Konsequenzen die ungefilterte Weitergabe von Namen und Adressen in sozialen Netzwerken mit sich bringt, hat in diesen Tagen auch ein älteres Ehepaar in Florida zu spüren bekommen. Es geriet plötzlich in die Auseinandersetzung um den Tod von Trayvon Martin. Der unbewaffnete schwarze Teenager war im Februar von dem 28-jährigen George Zimmerman, Mitglied einer Bürgerwehr, erschossen worden – angeblich aus Notwehr. Dass Zimmerman nicht verhaftete wurde, sorgte landesweit für Aufregung.

    Der US-Filmregisseur Spike Lee twitterte dann eine Adresse, von der er glaubte, dass sie dem Todesschützen gehörte – in Wirklichkeit aber wohnte dort das über 70 Jahre alte Rentnerpaar. Angesichts der 250.000 Follower des Filmemachers verfehlte die Mitteilung nicht ihre Wirkung: Nach massiven Drohungen mussten die Rentner aus ihrem Haus flüchten. Lee entschuldigte sich jetzt auf Twitter und nahm mit den Worten „Gerechtigkeit im Gericht“ seinen Aufruf zur Lynchjustiz zurück. Trotzdem gaben einige Personen immer noch die falsche Adresse auf Twitter weiter.

    Unmöglich, Vorwürfe aus der Welt zu bekommen

    Ein Kernproblem der Verleumdung im digitalen Zeitalter ist die Tatsache, dass es den Opfern nahezu unmöglich ist, die Vorwürfe aus der Welt zu bekommen. Zwar kann bei falschen Tatsachenbehauptungen per Gericht die Löschung durchgesetzt werden – doch fast immer tauchen die Anschuldigungen im Internet irgendwo wieder von Neuem auf.

    Während die Gewerkschaft der Polizei am Freitag forderte, dass Aufrufer zu Lynchjustiz, die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen, sieht Kriminalpsychologe Pfeiffer auch die Polizei in der Pflicht, aus den Ereignissen zu lernen: „Sie muss in Zukunft sensibler agieren.“
    http://www.fr-online.de/panorama/mor...rstTeaser.html
    Geändert von Akolyth (31.03.2012 um 02:07 Uhr)
    „Seine Armut ist Freiheit. Diese Freiheit ist Liebe. Nicht die Freiheit des Verstandes, der überlegen erkennt; nicht die Freiheit des Wollens, das sich in geordneter Übung löst. Unmittelbare Liebe; Kraft des von Gott berührten Herzens. Darum ist in Alledem kein Nein. Alles ist Ja. Alles blüht und leuchtet und lebt. Es ist das große Aug’ in Auge mit Gott“ -
    Romano Guardini über den Hl. Franziskus aus "In Spiegel und Gleichnis"

  3. Der folgende Benutzer sagt Danke zu: Akolyth


  4. #23
    Mitglied des Landtags Avatar von Cantica
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    Es ist unglaubkich, daß die Verhältnisse einer "Westernmentalität" Realität werden können. Für mich ein Antrieb noch mehr darauf aufmerksam zu machen , wie wichtig die Verantwortung jedes Einzelnen ist. Auch für die eigenen Worte, besonders im Netz. Eine Demonstration über die Macht und Gewalt von Worten (Rufmorden)

    Mit Mitgefühl hat so etwas überhaupt nichts zu tun. Die Empörung über den Mord an einem Kind, vernichtet das Leben eines Anderen (Kindes).
    Geändert von Cantica (31.03.2012 um 11:15 Uhr)
    "Sehen, urteilen, handeln!"
    Joseph Leon Card. Cardiyn

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