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Notwendigkeit des Christentums

Dies ist die Diskussion Notwendigkeit des Christentums im Praktische und systematische Theologie Forum, als Teil der Theologie Kategorie. "Tweet Vor einigen Wochen, als ich einen Vortrag hörte, erzählte der Vortragende (Theologe+Philosoph) etwa folgendes: "Irgendwann kommt man zu dem ..."

  1. #1
    Jungbürger/in Avatar von froschquiz
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    Icon5 Notwendigkeit des Christentums



    Vor einigen Wochen, als ich einen Vortrag hörte, erzählte der Vortragende (Theologe+Philosoph) etwa folgendes: "Irgendwann kommt man zu dem Punkt, an dem man sich Fragen stellt, wie: Warum passierte so etwas? Warum passiert mir das? Warum bin ich so, wie ich bin? (usw.) Solche Fragen führen dann auf Gott."

    Im Anschluss daran stellte ich mir zum einen die Frage, ob das ein "Solche Fragen führen dann auf Gott" oder ein "Solche Fragen führen genau dann auf Gott", oder anders formuliert: Kommt man nur auf die "Gott-Antwort", wenn man gezwungen ist/wird, sich solche Fragen zu stellen, oder gibt es auch Menschen, die ganz ohne irgendeine äußere Notwendigkeit solche Fragen stellen und dann ernsthaft Antworten darauf suchen?

    Meine zweite Frage ist: Kommt man bei der Suche nach Antworten zwingend auf christliche Antworten? Die Frage lässt sich ja ganz einfach beantworten, denn man kann davon ausgehen, dass sich Menschen in allen Kulturkreisen solche Fragen stellen, und genug kommen da auf ganz andere Antworten, von dem Islam über den Buddhismus bis zum Atheismus. Muss ich als gläubiger Christ dann davon ausgehen, dass die Menschen, die auf andere Antworten gekommen sind, ein unglücklicheres/unerfüllteres/... Leben haben? Wenn nicht (Nitzsche: "Erlöster müssten die Christen aussehen, wenn ich an ihren Erlöser glauben sollte." oder so ähnlich), wie sinnvoll/notwendig ist dann der christliche Glaube in der Gesamtheit gesehen, oder kann man diese Frage nur in Bezug auf den einzelnen, individuellen Menschen beantworten?

    Wo ist der christliche Glaube also objektiv notwendig? Ist das ganz individuell zur Gewissensberuhigung, oder steckt dann noch mehr dahinter? Hier würden mich vor allem auch atheistische Ansichten interessieren. Gibt es überhaupt objektive Gründe für irgendeine Religion?

  2. #2
    Fidei defensor Avatar von Nikodemus
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    Ich glaube man kann sich die Frage nach Gott auch stellen, wenn man nicht durch äußere Umstände dazu "gezwungen" wird. Man kann auch einfach im Nachdenken dahin kommen, dass man nach Gott fragt.

    Dabei muss man allerdings manches außereinander halten. Durch Nachdenken kommt man eher zu einem "Gott der Philosophen", also einem allmächtigen Wesen, das sich mit der entsprechenden philosophischen Anschauung gut verträgt und in dessen Lücken passt. Aber die Frage nach Gott kann auch die Philosophie aufwerfen. Man kann aber beobachten, dass aus diesem Fragen nicht oder nur sehr langsam ein konkreter, gelebter und verinnerlichter Glaube wird. Ich kenne einige Leute, die über weltanschauliche fragen zum Christentum gefunden haben, aber deren Selbst-Integration in das Christentum, vor allem in die Gemeinschaft der Kirche, vollzieht sich oft sehr langsam - wenn überhaupt.

    Eine echte "Bekehrung", also eine Annahme des Glaubens mit der ganzen Existenz, setzt in der Regel ein Ereignis im Leben voraus, ein ergriffen sein mit der ganzen Person. Das geht über den Verstand, der nach Antworten auf diese oder jene Frage geht, hinaus (wobei das eben ein Anknüpfungspunkt sein kann).

    Dass man als Christ grundsätzlich glücklicher als andere Menschen ist, das würde ich nicht zu behaupten wagen. Ich kenne allerdings sehr viele glückliche Christen. Die Frage an dieser Stelle ist ja aber nicht nur eine nach der persönlichen Zufriedenheit, sondern auch nach der Wahrheit.
    Die Auferstehung Christi ist unsere Stärke (Papst Franziskus)

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  3. Die folgenden 3 Benutzer sagen Danke zu: Nikodemus


  4. #3
    Moderator/in Avatar von Darabimo
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    Zitat Zitat von froschquiz Beitrag anzeigen
    Vor einigen Wochen, als ich einen Vortrag hörte, erzählte der Vortragende (Theologe+Philosoph) etwa folgendes: "Irgendwann kommt man zu dem Punkt, an dem man sich Fragen stellt,...Fragen führen dann auf Gott."

    Im Anschluss daran stellte ich mir zum einen die Frage, ... Kommt man nur auf die "Gott-Antwort", wenn man gezwungen ist/wird, sich solche Fragen zu stellen, oder gibt es auch Menschen, die ganz ohne irgendeine äußere Notwendigkeit solche Fragen stellen und dann ernsthaft Antworten darauf suchen?
    Wo ziehst du denn die Grenzen?
    Manche Menschen beginnen nach Gott zu fragen wenn sie von der Natur ergriffen sind, oder vom Weltall, oder von der Entwicklung des Menschen etc. Die Frage nach Gott ergibt sich für manche Menschen aus der Geburt ihres Kindes, oder den Tod eines Verwandten. Oder man hat selbst eine schwere Krankheit bzw. ein Unglück überstanden.
    Man macht einfach Erfahrungen. Und in manchen Menschen entsteht nach diesen Erfahrungen die Frage, ob es einen Gott gibt, der hinter diesen Erfahrungen steht. Andere widerum sehen darin keine Fragen. Sie begnügen sich damit, dass sie zufällig dieses Unglück, oder diese Krankheit überlebt haben. Es gibt Menschen, die empfinden schon bei einen Anblick eines Sonnenunterganges so ein Schwingen von Ewigkeit, was schon in die Frage nach Gott mündet. Für andere ist ein Sonnenuntergang einfach nur das Resultat, dass gewisse Wellenlängen des Lichtes auf den Weg durch die Atmosphäre ausgefiltert werden. Ich glaube aber, dass speziell der moderne westliche Mensch in den letzten Jahrhunderten sehr dazu gedrängt wurde, diese Frage nach Gott einfach zu ignorieren um bei einer Definition von Wellenlängen (die messbar sind) zu bleiben.
    Meine zweite Frage ist: Kommt man bei der Suche nach Antworten zwingend auf christliche Antworten?
    Nein, sonst wären ja alle religiöse Menschen Christen.

    Muss ich als gläubiger Christ dann davon ausgehen, dass die Menschen, die auf andere Antworten gekommen sind, ein unglücklicheres/unerfüllteres/... Leben haben?
    Auch Nein.
    Das Zweite Vatikanische Konzil spricht auch anderen Religionen und Lehren Wahrheitsgehalt- und Gottes Geist zu.
    Gott ist auch in anderen religiösen Lehren zu finden. Es gibt auch andere Heilige Bücher als die Bibel. Die KK spricht diesen Büchern die Heilgikeit nicht ab. Als Christen glauben wir nur, dass sich Gott nirgends so radikal offenbart hat, wie in der Gestalt Jesu.
    Wenn nicht (Nietzsche: "Erlöster müssten die Christen aussehen, wenn ich an ihren Erlöser glauben sollte." oder so ähnlich)
    Einerseits ist an diesem Zitat schon etwas dran. Andererseits ist Nietzsche meines Erachtens nicht dazu berechtigt, den Maßstab zu definieren. Immerhin hat ihn seine atheistische Lebenseinstellung sichtlich auch nicht glücklicher gemacht.
    , wie sinnvoll/notwendig ist dann der christliche Glaube in der Gesamtheit gesehen, oder kann man diese Frage nur in Bezug auf den einzelnen, individuellen Menschen beantworten?
    Ich denke, wir sollten uns von den Gedanken befreien, die ganze Welt bekehren zu müssen. Vielmehr dürfen wir Zeugen der Liebe Christi sein, und je glaubwürdiger (siehe Nietzsche Zitat) wir sind, desto anziehender werden wir auf andere wirken. Der moderne Atheismus - davon bin ich zutiefst überzeugt - wurzelt in der Sünde der Christen. Die Art und Weise, wie wir Christen in der Vergangenheit (und Gegenwart) den Glauben an Christus verzerrt haben, hat dazu geführt, dass der Mensch heute einfach keinen Weg mehr zu Gott findet. Das kannst du übrigens auch hier im Forum beobachten. Die meisten Atheisten haben bestimmte negative Erfahrungen mit Kirche oder Christen gemacht, die ihnen das Glaubeslicht verdunkelten. In sich ist der Atheismus ein sehr mangelhaftes und unbefriedigendes Alternativprogramm zur Religion. Darum ist der Atheismus auch sehr jung, und die Religion (egal welche) schon sehr alt.

    Gibt es überhaupt objektive Gründe für irgendeine Religion?
    Also ich kenne keinen.
    Geändert von Darabimo (22.11.2012 um 11:17 Uhr)
    Liebe Grüße
    ----------------------------------------------------
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  5. #4
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    Zitat Zitat von froschquiz Beitrag anzeigen
    ...Kommt man nur auf die "Gott-Antwort", wenn man gezwungen ist/wird, sich solche Fragen zu stellen, oder gibt es auch Menschen, die ganz ohne irgendeine äußere Notwendigkeit solche Fragen stellen und dann ernsthaft Antworten darauf suchen?
    Die Buddhisten haben ja die etwas nihilistisch anmutende Formulierung "alles Leben ist Leiden" o.ä., aber im Prinzip trifft das mE den Kern. Imho ist es ein Wesen der Existenz, der Existenzfrage zu begegnen. Samarpan hat mal sinngemäß gesagt: "wir sind nicht hier, um erleuchtet zu sein, denn dazu hätten wir nicht auf diese Welt kommen müssen" - das erscheint mir wahr.

  6. #5
    Juniorposter/in Avatar von Burbacher
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    Ich habe seit etlichen Jahren immer wieder den Eindruck gehabt, dass man in Kirche und Gemeinde nach allem fragen darf, nur nicht nach Gott.
    Dabei bin ich meilenweit entfernt von einem christlichen Fundamentalismus. Aber es ist schon auffällig, dass in vielen Gemeinden, in kirchlichen Gremien die soziale Frage hochgehalten wird. Und dann geht es um Kernenergie, ja oder nein. Und und...
    Das aber, was mich zum Beispiel im Innersten beschäftigt, findet nicht selten nur am Rande Beachtung.

    Burbacher

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